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Überblick zur Geschichte der Steppenreiter
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In den Steppenregionen zwischen Don und
dem Gelben Meer ermöglicht der Übergang zur verstärkten
Viehzucht/Viehhaltung von Schaf und Pferd einen wirtschaftlichen
Aufschwung. Eine gezielte Pferdezucht entsteht. Nomadenvölker formieren
sich und stehen in ständigem Kampf um Weidegebiete. Wanderhirten folgen
den Pferdeherden.
Im ersten Jahrtausend v.Z. wird die Pferdezucht dominierender Zweig. Für
die Steppenvölker wird das Pferd zur ökonomische Grundlage. Der
Pferdenomadismus im Steppenland ist entstanden. Hieraus erwächst ihre
geschichtliche Rolle als mobile Reitervölker für etwa 2000 Jahre.
Nomadenstämme beeinflussen zeitweilig
äußerst nachhaltig die Gebiete Chinas, Vorderasiens und Europas.
Zwischen 1000 v.Z. und 1500 u.Z. werden viele Länder von Kriegszügen der
Nomadenheere heimgesucht.
Der Reiternomadismus manifestiert sich
in der ersten Reiterwanderung sie bringt die Dorer nach
Griechenland, die Caldäer nach Mesopotamien, die Meder und Perser nach
Iran, die Arier nach Indien, die Phryger, Myser und Bithynier nach
Kleinasien, die Aramäer nach Syrien, die Israeliten nach Palästina, die
Philster an die palästinische Küste und führt schließlich zum Angriff
der Seevölker auf Ägypten.
Der Pferdenomadismus entfaltet sich im offensiven Reiterkriegertum. Als
Pferdenomaden formieren sich zuerst indoeuropäische Völker, wie Kimerer,
Skythen und Sarmaten, dann Turkvölker, denen die Mongolen folgen.
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Sie sind die ersten Reiterkrieger der
Geschichte. Es sind verwandte ostiranische Stämme eines Volkes oder
benachbarte Völker. Seit dem 8.Jh.v.Z. ziehen sie über den Kaukasus südwärts
und bedrängen das Reich der Assyrer.
Die Skythen überfallen
die Kimerer und assimilieren sie. Gruppen beider Völker ziehen über den
Kaukasus. Dabei zerschlagen sie den Staat Urartu in Armenien.(Königreich
1400-714 v.Z.)
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Steppenreiter aus dem Fürstengrab bei
Kertsch,4.Jh.v.Z.
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Zwischen 696 und 676 v.Z. geht unter
ihren Angriffen auch das Phrygerreich unter. Im 6.Jh.v.Z. stoßen sie auch
auf den Balkan vor (Gebiet des heutigen Rumänien) und dringen in das
Mederreich ein.
705 v.Z. liefern sie Assyrien
(Neuassyrisches Reich 883-612 v.Z.) die erste Schlacht,das
ebenfalls neben den Wagen, Reiterei aufbietet. Assurbanipal kann Assyrien
nur dank seiner neu geschaffenen Reiterwaffe verteidigen. Im Bunde mit
Babylon und den Medern besiegen sie 612 v.Z. das mächtige Assyrien und
zerstören die Hauptstadt Ninive.
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Assyrische Reiterterei des 9.Jh.v.Z.-
wie im Streitwagen im Reiterdoppel: der eine führt die beiden Pferde und
hat einen Schutzschild bereit zuhalten, der andere führt die Bogenwaffe
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Der Sieg über die assyrische Streitmacht ist der erste
große Erfog der neuen Waffengattung. Im 7.Jh.v.Z. bedrohen sie mit ihren
Raubzügen die altorientalischen Staaten und ganz Kleinasien.633 v.Z.
erfolgt sogar ein Vorstoß bis Ägypten. Gleichzeitig verbreiten sie das
Pferd über Kleinasien sowie Südeuropa.
Die Skythen beherrschen bis ins 4.Jh.v.Z. große
Teile Kleinasiens, werden dann aber von den Sarmaten auf die Krim zurückgedrängt,
wo ihr Staatswesen sich bis in das 2.Jh.u.Z.hält und erst von den Goten
vernichtet wird. Die Reiterei kam wohl zuerst bei den Skythen in Gebrauch.
Sie dürften damit das erste Reitervolk sein.
Die Taktik der Reiterkrieger drückt der
Kriegsführung den Stempel auf. Die Reiterei wird zum Rückrat der Heere.
Die inzwischen erfundene Trense ermöglicht die zuverlässige
Lenkung des Pferdes. Von den Skythen stammt die Taktik der verstellten
Flucht. Ihre Bewaffnung besteht aus Bogen und Kurzschwert, teilweise auch
Streitaxt. Sie waren wohl die ersten, die Sattel und Steigbügel
verwendeten.
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Die Kerntruppen, zumindest eine privilegierte schicht
bildet bereits schwere reiterei, bewaffnet mit Lanzen und zum Schutz
bronzene Brustschilde. (Schuppenpanzer, Helm, Hose mit Eisenstreifen
beschlagene Schilde.) Auf die nomadisierenden Skythen geht die griechische
Kentaurendarstellung zurück.
Der reitende Bogenschütze (Pferdebogner) ist schneller, wendiger und
unberechenbarer als der Streitwagen. Sie fechten in aufgelöster Ordnung
ohne sich in Handgemenge einzulassen.
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Seit dem 9.Jh.v.Z. war durch grausame
Eroberungszüge Assyrien erneut zu einer Großmacht geworden. Die
Geschichte der Assyrer ist ein einziger Kriegszug, nur von großen
Raubjagden unterbrochen.
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König Assurnasirpal (883-59 v.Z.) auf
der Löwenjagd
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Die Assyrer besitzen im 7.Jh.v.Z. ein
Riesenreich vom Mittelmeer bis Persien. Ihre Streitmacht besteht aus Fußvolk,
Pionieren, Kampfwagen und ganzen Abteilungen disziplinierter Kavallerie.
Die Reiterei kommt etwa zur Zeit Sargons
in Gebrauch. Die anfänglich wie Wagenpferde ausgerüsteten Pferde
belegen, daß sich die Reiterei aus den Wagentruppen entwickelt hat. Die
Reiter kennen noch keine Sättel. Ein zweiter unbewaffneter Reiter führt
das Pferd des Bogenschützen. Dies sind aber keine echten Pferdebogner,
vielmehr eine Art berittener Infanterie, die abgesessen kämpft.
In der Folge kommt neben dem
Pferdebogner auch der Speerwerfer zu Pferde auf. Lanzenreiter leiten
ihr Pferd selbst. Die Hauptrolle fällt noch den Kampfwagen zu, besetzt
mit Krieger, Rosslenker und oft noch einem Schildträger. Jeder Wagen
besitzt 2 Köcher Pfeile, 1 Bogen, 1 Wurfspieß und 1 Streitaxt .Gefahren
wird drei-, dann zweispännig.
Zu Ende des 8.Jh.sind beide Reiterarten
mit Panzerhemd und Lederbekleidung ausgerüstet. Um 681 v.Z. erhalten auch
die Pferde eine Schutzbekleidung.
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Assurbanipal (669-627 v.Z.) ist der
letzte bedeutende Herrscher Assyriens. Dem Ansturm der Skythen und Meder
kann Assyrien nicht mehr widerstehen.
836 v.Z. werden erstmals die Meder erwähnt,
die unter Sargon (722-705 v.Z.) an Assyrien Pferde liefern. Sie waren seit
1500 in Iran (Land der Arier) eingewandert. Auch sie sind keine
perfektionierten Pferdebogner, kämpfen aber beritten.625-585 v.Z. bilden
sie ein Großreich, das von Syrien bis zum Hindus reicht. Nach der
Vernichtung Assyriens beherrschen sie ganz Iran.
In den ehemaligen Grenzen des
assyrischen Reiches entsteht in wenigen Jahrzehnten zwischen Nil und
Syrdaja durch den iranischen Stamm der Perser das Großreich Persien.
Noch unter medischer Oberherrschaft regieren Kyros I.(640-600 v.Z.) und
Kambyses (600-559 v.Z.) Der Perserkönig Kyros II.(559-528v.Z.) aus der
Dynastie der Achämiden vernichtet 550 v.Z. das Mederreich, erobert 539
v.Z. Babylon und 525 v.Z. Ägypten. Sein Nachfolger Kambyses
II.(529-22v.Z) gliedert Ägypten an.
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Unter Kyros II. entsteht per Gesetz die
Reiterei, deren Wert er von den Medern kennenlernte. Mit
40 000
Reitern entsteht die stärkste Reiterei dieser Zeit. Pferd und Reiter
tragen Harnische aus Leder oder Bronze. Die Reiter sind mit Lanzen
bewaffnet, so daß eine Lanzenreiterei entsteht, die für das Nahgefecht
ausgebildet ist. Diese schwere Reiterei wird zu einem wichtigen Teil der
persischen Heere.
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