Der Steppenreiter

      
 
 
   

 

 

 

Unter Dareios I.(521-486 v.Z.) kommt es zu 19 Schlachten.514-513 v.Z. ziehen die Perser gegen die Skythen. Ihre Streitwagen erweisen sich der Taktik des Scharmützels der skythischen Reiterei aber unterlegen. Sein Heer:10000 Mann Fußvolk,1000 Reiter,1000 Hellebardiere und Sichelwagen. Das ist der letztmalige große Einsatz der überholten Streitwagen. Dareios organisiert das persische Weltreich. Er ist ein perfekter Reiter und Bogenschütze.

Die Ohnmacht gegen die Skythen lenkt die Perser gegen die Griechen, gegen die sie von 490-449 v.Z. Kriege führen. Noch besitzen die Perser kein ausgesprochenes Reiterheer. In der Schlacht gegen die Griechen bei Marathon 490 v.Z. stehen sich auf beiden Seiten jeweils 4-6000 Mann gegenüber, davon aber nur jeweils 500-800 Reiter. Die Reiterei ist eine Elitetruppe, rekrutiert aus dem Adel. Die Perser erleiden eine Niederlage bei Marathon.

Als 480 v.Z. Xerxes in Griechenland einfällt, hat er in seiner Armee aber schon 80000 Reiter, die bereits ganz nach den Grundsätzen der späteren Zeit zum Einsatz kommen. Neben der schweren Reiterei unterhalten die Perser auch  leichte Reiterei, bewaffnet mit Pfeil und Bogen sowie Wurfspießen.

Schließlich zerfällt das Reich im 5.Jh.v.Z.Den Todesstoß erhält das Achämenidenreich 331v.Z durch den Sieg der Makedonier bei Gaugamela.

 

Parther und Sassaniden

Das aus Vorderasien (östl.des Kaspischen Meeres) kommende nordiranische Reitervolk der Parther bildet Mitte des 3.Jh.v.Z. ein großes Reich.138 v.Z. erobern sie Mesopotamien. Seit 54 v.Z. stehen sie im Kampf mit den Römern.

Die Parther sind Verwandte der Skythen und Sarmaten, doch im Unterschied zu diesen Nomadenstämmen gelingt ihnen der Aufbau eines festgefügten Staates mit Städten.
Der Reiterei verdanken sie ihre großen Erfolge gegen die Griechen, später die Römer. Sie haben in den Pferdebognern eine leichte Reiterei und daneben eine schwere, mit Stoßlanze und Schwert bewaffnet.

Mithridates I.(171-138 v.Z.) errichtet nach zeitweiligem Verfall ein neues Großreich.155 v.Z. wird Medien erobert und 141 v.Z. Mesopotamien. Unter den Parthern kämpfen auch skythische Reiterverbände.

Ihre Taktik ist die Kombination von verstellter Flucht und Panzereiterei, wie der Erfolg im Jahre 53 v.Z. in der Schlacht bei Carrhai  gegen die Römer unter Crassus beweist. Tausend Lastkamele sollen Pfeilmunition für den ununterbrochenen Pfeilhagel herangeschleppt haben. Erst im 3.Jh.treten nach einer fast 500jährigen Herrschaft die Sassaniden ihr Erbe an.

 

Amazone
     

Amazone beim Parthischen Schuß auf verdeckter Flucht, um 500 v.Z.

Mit dem ersten Herrscher der Sassaniden beginnt 224 die Erneuerung des persischen Reiches. Die Schlagkraft der neupersischen Armee beruht auf der modernsten Waffe des Jahrhunderts, der gepanzerten schweren Reiterei.

260 erfechten die Sassaniden unter König Shapur (Schapur,241-271) einen glänzenden Sieg über ein römisches Heer unter Valerian ,wobei 60000 Mann vernichtet sein sollen. Die Sassaniden-Dynastie existiert bis ins 7.Jh.

 

Felsrelief

Sassanidisches Felsrelief eines Reiterkampfes

 

Sarmaten und Goten

Als Sarmaten vereinigen sich verschiedene Nomadenstämme Zentralasiens. Sie treten im 6.Jh. in die Geschichte, als sie sich im asiatischen Raum westwärts bewegen. Sie stehen in ständiger Auseinandersetzung mit Rom und das mit wechselndem Erfolg. Auch sie haben neben dem Bogner eine schwere Reiterei.

Bei ihnen kämpfen auch die Frauen. Ende des 1.Jh.v.Z. dringen sie bis zur Donau vor. Erst im Jahre 175 kann Marcus Aurelius sie bezwingen. Sie finden ihr geschichtliches Ende im 3.Jh.,als sie von den Hunnen im Dongebiet überrannt werden. Die Römer lernen von den Sarmaten die Wirksamkeit der Reiterwaffe kennen und gliedern ihren Legionen fremde Truppen  als Auxiliar-Reiter bei.

 

Im nördlichen Schwarzmeergebiet treffen die Sarmaten auf Germanen, besonders Goten, die von den baltischen Gestaden hierher gelangt waren und zwischen den sarmatischen Kräften ihr Reich errichtet hatten. Diese Nachbarschaft prägt die Goten grundsätzlich. Sie werden Reiterkrieger und die Reiterei wird Kern ihrer Streit- macht, besonders die schwere Reiterei. Aber auch der Typ des Pferdebogners wird übernommen. Die Goten gliedern auch alanische und hunnische Reiter in ihr Heer ein.

378 entscheidet die geschlossene Masse der gotischen Reiterei den Sieg bei Adrianopel über die Römer.Ihr Vordringen versetzt die Griechen in Furcht und Schrecken. Das erfolgreiche Reiterkriegertum schafft ein neues Ideal.398 belagert Alarich sogar mit 80-100000 Menschen Konstantinopel und plündert dann Griechenland.

Die Bedeutung des Pferdes drückt sich bei den Germanen im ostgermanischen Raum in der Konzeption reitender Götter aus: Die Asen sitzen zu Pferd, ihr Führer Wotan, ursprünglich selbst pferdegestaltig, reitet den achtfüßigen, allen andern Pferden überlegenen Sleipner.(Leipnir) 

 

Odin auf Leipnir (Sleipnir)

   Odin auf dem achtfüssigen Leipnir

Die Stärke der Pferdenomaden ist unbekannt. Erhalten sind aber Aufzeichnungen der Reitervölker Ostasiens.

 

 

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